Unser Team

Tierpflegerin Jasmin Hartwig, Tierheimleiterin Sandy Hübner, Hausmeister und Tierpflegehelfer Marko Stephan und Tierpflegehelferin Selin Winters (v.l.n.r.) stehen allen interessierten Tierheimbesuchern mit Rat und Tat zur Seite.

Der Vorstand

Kassenwart Holger Lohse, Schriftführerin Sandy Hübner, 1. Vorsitzende Anne Gaedtke, und 2. Vorsitzende Manuela Peleikis (v.l.n.r.) leiten als Vorstand die Geschicke des Tierschutzvereines. 

Der Tierschutzverein Sylt e.V.

Der Tierschutzverein Sylt e.V. wurde 1962 gegründet und zählt heute rund 279 Mitglieder. Seit ca. 1988 betreibt er das einzige Tierheim auf Sylt, welches jährlich etwa 650 Haus- und Wildtiere aufnimmt und pflegt. Der aktive Tierschutz, die Verhütung von Tierquälerei und -missbrauch sowie deren Verfolgung, stehen bei uns an oberster Stelle. Wir kümmern uns um alle Tiere in Not, bieten tierärztliche Sofortmaßnahmen und die Aufnahme und Pflege in unserem Tierheim. Prävention ist ein weiteres wichtiges Thema – uns liegt es sehr am Herzen, bereits Kinder und Jugendliche an den Tierschutz heranzuführen. So arbeitet der Tierschutzverein e.V. zum Beispiel im Rahmen von Kids for Cats mit Schulen und Kindergärten zusammen. Wir möchten den Tierschutzgedanken in der Bevölkerung verbreiten und die Menschen für die Tiere sensibilisieren.

Die Vereinsgeschichte

Den ersten nachweislichen Eintrag eines Sylter Tierschutzvereines findet man 1962. Es hatten sich einige engagierte Leute zusammengefunden, um sich für hilfsbedürftige Tiere auf der Insel einzusetzen. Diese Gruppierung konnte sich aber nicht aufrecht erhalten, so dass 1979 eine Neugründung durch das Einsetzen eines Notvorstandes herbeigeführt wurde. Tierherbergen wurden durch Privatpersonen zur Verfügung gestellt: Der Reitstall Jepsen in Kampen nahm Katzen in Obhut und auf ihrem Bauernhof in Tinnum baute Familie Rück in ihrer Scheune Gitter auf, um herrenlose Hunde unterzubringen. Da  mehr Tiere die Hilfe der Menschen benötigten, als zuvor gedacht, suchte der Tierschutzverein bald ein geeignetes Gelände, um dort eine Tierunterkunft zu erstellen. Jedoch ließen sich diese Pläne aufgrund des Flächennutzungsplanes und der knappen Finanzen nicht verwirklichen.

Als die Bundeswehr teilweise abbaute, führte man Gespräche mit der Oberfinanzdirektion Kiel zwecks Pachtung des Geländes an der Keitumer Landstraße, dem heutigen Standort des Tierheimes. Das Gelände war so groß wie das heutige Tierheim, und es standen zwei alte Blechschuppen darauf. Mit vereinten Kräften brachte man das Gelände auf Vordermann und erstellte provisorische Tierunterkünfte. 1984/85 baute die Volksbank Westerland eine neue Filiale und nutzte als Provisorium ein Holzblockhaus. Nach Fertigstellung der neuen Bankfiliale konnte der Tierschutzverein das Blockhaus günstig erwerben. 1985 erhielt man die Erlaubnis, das Holzhaus auf dem gepachteten Gelände aufzustellen –  der erste große Schritt für ein Sylter Tierheim war getan.

Im ersten Winter 1985/86 wurden bereits etwa 70 Katzen aufgenommen – keine leichte Aufgabe für den jungen Verein. Die Oberfinanzdirektion riet dem Tierschutzverein, das Gelände für einen guten Preis zu kaufen, man hatte jedoch keine ausreichenden Finanzen und bat den Deutschen Tierschutzbund (DTSchB) um Hilfe. Wolfgang Apel, damals Bundesgeschäftsführer des DTSchB, betrachtete schon damals Sylt als „einen Knotenpunkt der Tierschutzarbeit“, und auch die Seevogelrettung durch Frau Unruh sah man als nicht ausreichend an. 1988 kaufte der DTSchB das Gelände (insgesamt 97000 Quadratmeter) und verpachtete dann einen 12000 Quadratmeter großen Teil an den Tierschutzverein Sylt zu einem symbolischen Pachtzins von 1 DM pro Monat. Ziel war es, die aktive Tierschutzarbeit sowie eine Seevogelrettungs- und Forschungsstation aufzubauen. Der Sylter Tierschutz erhielt nun Aufschwung.

Gründer und Wegbegleiter war Anatol Buchholtz aus Kampen, der sich mit seinem Vorstand (u.a. Peter Heising) für das erste Sylter Tierheim einsetzte und dieses in immer weitergehenden Schritten den Bedürfnissen des Vereines anpasste. 2001 erhielt man die lang ersehnte und lang erkämpfte Baugenehmigung für bestehende Gebäude und für die Erweiterung des Tierheimes. Nach über zehn Jahren im Dienste des Tierschutzes zeigte das Holzhaus jedoch mehr und mehr Problemzonen. Auch häuften sich in der Öffentlichkeit schwere Vorwürfe gegen die Vereinsführung und die Tierhaltung. Der Amtstierarzt des Kreises Nordfriesland drohte gar mit der Schließung des Tierheimes. Im April 2002 kam es auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung zum Eklat. Herr Buchholtz und sein gesamter Vorstand wurden nach heftigen Wortgefechten durch Neuwahlen von einem neuen Vorstand unter Peter-M. Wedell (zu der Zeit Bürgervorsteher Sylt-Ost) komplett ersetzt. Die Tierärztin Ivonne von Kobilinski übernahm neben dem 2.Vorsitz die kommissarische Tierheimleitung. Anatol Buchholtz erhielt für 14 Jahre Einsatz im Dienste des Tierschutzes von Wolfgang Apel die „Franz-von-Assisi-Medaille“ überreicht.

Der neue Vereinsvorstand forderte einen Tierheim-Neubau. Die Öffentlichkeit setzte hohe Erwartungen an die neue Vereinsführung. Als der Verein weder finanzielle noch sonstige Hilfe durch den DTSchB zugesagt bekam, entbrannte ein heftiger Streit zwischen den beiden Parteien und man suchte nach einem neuen Grundstück. Die Blaumuschel in Munkmarsch sollte das neue Tierheim werden. Die Öffentlichkeit kritisierte den Vorstand, insbesondere Wedell, so stark, dass nach einem Scheitern der Baupläne an der Blaumuschel mangels Zustimmung des archäologischen Landesamtes Kiel wegen der Nähe zu einem Hünengrab der gesundheitlich angeschlagene Peter Wedell am 06. Mai 2004 nicht mehr für den ersten Vorsitz zur Verfügung stand. Es formierte sich wiederum ein neuer Vorstand unter der neugewählten ersten Vorsitzenden Ivonne von Kobilinski, der sich bis heute ehrenamtlich für den Sylter Tierschutz einsetzt.

Der Verein heute:
• >300 Mitglieder
• Mitglied im Deutschen Tierschutzbund
• Einziger Tierschutzverein auf Sylt
• Betreiber des Tierheimes Sylt
• Gemeinnützigkeit anerkannt
• Vereinsarbeit findet ausschließlich ehrenamtlich statt